Häufige Fragen

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Häufige Fragen zum V-Label

Welchen Vorteil bietet das V-Label gegenüber anderen Veggie-Labels?

Viele Unternehmen und Produzenten setzen eigenständig entwickelte Veggie-Labels für ihre Produkte ein. Die Unternehmen entwerfen dabei eigene Kriterien für vegane und vegetarische Produkte, die sich jedoch von Firma zu Firma unterscheiden können. Fehlendes Hintergrundwissen der Unternehmen zu einzelnen Inhaltsstoffen und wichtigen Kriterien bei der Produktion begünstigen fehlerhaften Kennzeichnungen. Diese eigenständigen Kennzeichnungen unterliegen keiner Kontrolle durch unabhängige Instanzen, wodurch eine fehlerhafte Kennzeichnung für Verbraucher und Verbraucherinnen mitunter unbemerkt bleibt. Konsumentinnen und Konsumenten fordern zunehmend Transparenz, um vegane und vegetarische Produkte schnell sowie zuverlässig erkennen zu können.

Bislang existiert auf nationaler Ebene keine verbindliche gesetzliche Definition der Begriffe “vegan” und “vegetarisch”. Klarheit durch einheitliche Kriterien bei der Kennzeichnung veganer und vegetarischer Produkte bietet derzeit nur das V-Label. Regelmäßige Kontrollen durch ein unabhängiges Labor garantieren die Einhaltung der Kriterien und tragen so zur Qualitätssicherung des V-Labels bei. Das V-Label ermöglicht Unternehmen die Auslagerung der Kontrolle zur Qualitätssicherung ihrer veganen und vegetarischen Produkte.

Das V-Label ist daneben europaweit das einzige unabhängige Label in den Kategorien “vegetarisch” und “vegan”.

Warum reicht der Blick auf die Zutatenliste nicht aus?

Der Blick auf die Zutatenliste allein bietet wenig Sicherheit bei der Wahl vegetarischer oder veganer Produkte. Einige Zutaten werden als E-Nummern angegeben, die vielen Verbraucherinnen und Verbrauchern unbekannt sind. Andere Inhaltsstoffe werden gar nicht aufgeführt, da sie nicht deklarierungspflichtig sind. Bei vielen Zutaten ist auch nicht immer klar, ob es sich um eine pflanzliche oder tierische Variante handelt.

Generell ist es unüblich, Produktions-Hilfsstoffe in Zutatenlisten aufzuführen, die oftmals tierisch sind. Häufig vorkommende Änderungen in der Rezeptur können dazu führen, dass ein lieb gewonnenes vegan-vegetarisches Produkt plötzlich und unbemerkt tierische Bestandteile enthält, ohne dass Verbraucherinnen und Verbraucher dies bemerken. Produkte, die mit dem V-Label lizenziert sind, werden auf ihre Zusammensetzung und jeden Produktionsschritt überprüft. Das V-Label ist somit eine verlässliche und schnelle Orientierungshilfe, die das Lesen von Zutatenlisten überflüssig macht.

Nach welchen Kriterien werden Produkte mit dem V-Label als vegan beziehungsweise vegetarisch gekennzeichnet?

Die Definition der Begriffe “vegan” und “vegetarisch”, die das V-Label als Grundlage nutzt, entspricht der Definitionsempfehlung der 12. Verbraucherschutzministerkonferenz vom 22. April 2016.

Vegetarisch

Vegetarisch sind Lebensmittel und Produkte, die nicht aus Tieren beziehungsweise Bestandteilen von Tieren erzeugt werden. Dabei werden alle Produktions- und Verarbeitungsstufen berücksichtigt. Lebensmittel und Produkte, die mithilfe von lebenden Tieren und tierischen Erzeugnissen hergestellt werden, gelten als vegetarisch.

Vegan

Vegan sind Lebensmittel und Produkte, die nicht aus Tieren beziehungsweise Bestandteilen von Tieren erzeugt werden. Lebensmittel und Produkte dürfen auch nicht mithilfe von lebenden Tieren und tierischen Erzeugnissen hergestellt werden, um als vegan zu gelten. Dabei werden alle Produktions- und Verarbeitungsstufen berücksichtigt.

Zusätzliche Kriterien des V-Labels

Das V-Label wird generell nicht für Produkte vergeben, die folgende Eigenschaften aufweisen:

  • Produkte, die als GVO (enthält gentechnisch veränderte Zutaten) deklariert werden
  • Produkte, die Eier aus Käfighaltung enthalten (einschließlich “ausgestaltete Käfighaltung” und Kleingruppenhaltung)
Verpackung

Das V-Label schließt Produkte, deren Verpackung Bestandteile von tierischen Stoffen enthalten, nicht aus. Es wird jedoch empfohlen, freiwillig auf Verpackungen mit tierischen Inhaltsstoffen zu verzichten.

Düngung und Anbau

Bei der V-Label-Lizensierung werden Produkte und Zutaten ab der Ernte berücksichtigt. Die Düngung des Bodens, auf dem Rohstoffe für V-Label-Produkte angebaut werden, stellt kein Kriterium dar. Es wird jedoch empfohlen, Rohstoffe aus biologisch-veganer Landwirtschaft zu bevorzugen und freiwillig auf tierische Stoffe bei der Düngung zu verzichten.

Spuren und Verunreinigungen

Spurenkennzeichnungen auf Verpackungen sind mit Ausnahme von Allergenen freiwillige Angaben von Unternehmen für produktionsbedingte Verunreinigungen mit bestimmten Inhaltsstoffen. Mit der Kennzeichnungen von Spuren sichern sich Unternehmen gegen rechtliche Folgen ab, sollte es bei Konsumentinnen und Konsumenten zu allergischen Reaktionen kommen. Spurenhinweise für tierische Zutaten bedeuten nicht, dass tatsächlich tierische Inhaltsstoffe im Endprodukt enthalten sind. Die Angabe macht auf mögliche Verunreinigungen aufmerksam, die in minimalem Umfang und produktionsbedingt zustande kommen können.

Produkte mit Spurenkennzeichnungen entsprechen den Kriterien des V-Labels, sofern tierische Inhaltsstoffe im gesamten Herstellungsprozess nicht absichtlich hinzugesetzt wurden. Der Produktionsablauf muss so gestaltet sein, dass möglichst keine unbeabsichtigte Verunreinigung durch nicht-pflanzliche Zutaten erfolgt. Liegt die Kontamination mit tierischen Stoffen am Endprodukt in der Summe aller nachweisbaren tierischen Stoffe über 0,1 % (1 g/kg) sind Hersteller zu Nachbesserungen auf allen Vertriebs- und Verarbeitungsstufen angehalten. Ist keine weitere Optimierung möglich, muss der Produzent begründen warum. Eine Überschreitung des Wertes von 0,1 % führt demnach nicht sofort zum Ausschluss einer Auslobung als „vegan“ bzw. „vegetarisch“.

Beispiele

Das V-Label wird generell nicht für Produkte vergeben, die folgende Zutaten oder Eigenschaften aufweisen:

  • Schlachtprodukte
  • Fette von Fischen, Fischbestandteile oder andere Meerestiere
  • Aromen tierischer Herkunft (ausgenommen Aromen auf Milchbasis)
  • andere Eier als Geflügeleier (z. B. Kaviar)
  • Milcherzeugnisse, bei denen tierisches Lab verwendet wurde
  • Gelée Royale
  • Farbstoffe aus tierischen Bestandteilen (z. B. echtes Karmin)
  • Zucker, der mit Tierkohle gebleicht wurde
  • Trägerstoffe oder Hilfsstoffe aus tierischen Bestandteilen
  • Klärung mit Stoffen aus tierischen Bestandteilen (z. B. Gelatine, Fischblase)

Das V-Label in der Kategorie “vegan” wird nur vergeben, wenn Produkte außerdem frei von tierischen Erzeugnissen sind wie beispielsweise:

  • Eier
  • Honig
  • Milcherzeugnisse
  • tierisches Wachs
  • Farbstoffe aus tierischen Erzeugnissen
  • Trägerstoffe oder Hilfsstoffe aus tierischen Erzeugnissen
  • Klärung mit Stoffen aus tierischen Erzeugnissen (z. B. Eiklar)
Auf welcher Grundlage werden Lebensmittel und Produkte als vegan beziehungsweise vegetarisch eingestuft?
Unternehmen, die Produkte mit dem V-Label lizenzieren lassen möchten, müssen die vollständige Zusammensetzung dieser Produkte sowie die Nutzung sämtlicher Verarbeitungshilfsstoffe gegenüber dem Lizenzgeber offenlegen. Auf Grundlage dieser Selbstauskunft und nach einer Prüfung durch das V-Label-Team werden Produkte und Lebensmittel als vegan beziehungsweise vegetarisch eingestuft.
Wie wird sichergestellt, dass Unternehmen die Anforderungen an das V-Label erfüllen?

Das V-Label führt qualitätssichernde Maßnahmen durch, um die Glaubwürdigkeit und die versprochenen Leistungen des V-Labels sicherzustellen. In Zusammenarbeit mit dem Laborpartner Intertek Food Services und weiteren Partnern werden Audits in den Produktionswerken auf Basis einer individuellen Risikobewertung durchgeführt. Die Prüfungsmaßnahmen richten sich nach einheitlichen und standardisierten Prozessen.

Eine Rezepturänderung oder Veränderungen im Produktionsprozess bei Lebensmitteln und Produkten mit dem V-Label müssen dem Qualitätsmanagement des V-Label-Teams umgehend und selbstständig gemeldet werden. Anschließend wird eine erneute Prüfung nach Selbstauskunft durchgeführt.

Welche Produkte werden derzeit nicht mit dem V-Label lizenziert?

Derzeit werden keine Verpackungen, Textilien oder Druckerzeugnisse lizenziert. Kosmetikartikel, Wasch-, Putz- und Reinigungsmitteln werden seit 2018 lizenziert.

Wann macht eine Kennzeichnung mit dem V-Label weniger Sinn?

Nicht bei allen Lebensmitteln ist eine Kennzeichnung mit dem V-Label sinnvoll. Monoprodukte wie Tees oder Gewürze, Mineralwasser und Rohwaren wie unverarbeitetes Gemüse sind in der Regel rein pflanzlich und müssen nicht gekennzeichnet werden. Einer Kennzeichnung mit dem V-Label steht trotz sogenannter “Werbung mit Selbstverständlichkeit” nichts entgegen. Es wird jedoch davon abgeraten.

Welche Kosten erwarten Unternehmen bei der Lizenzierung mit dem V-Label?

Die Verwendung des V-Labels ist mit einer Jahreslizenzgebühr und einer einmaligen Prüfungsgebühr verbunden. Diese werden abhängig von den Unternehmensdaten und der Anzahl der Produkte berechnet. Hinzu kommen Kosten für Inspektionen vor Ort.

Bei Winzern erfolgt die Berechnung auf Grundlage des Volumens (Liter). Das Prüfungshonorar errechnet sich hier aus der Produktkategorie, also Weißwein, Rotwein, Saft, Sekt, Secco etc. Für die Jahreslizenzgebühr wird die verkaufte Literzahl (Volumen/Jahr) oder pauschal die Anzahl aller zu lizenzierenden Produkte herangezogen.

Mit welchem Zeitumfang haben Unternehmen bis zur Lizenzausstellung zu rechnen?

Der Lizenzierungsprozess ist in 5 Schritte gegliedert. Auf die Erstanfrage eines Unternehmens folgt ein Angebot auf Grundlage der eingesandten Unternehmensdaten. Nach Bestätigung des Angebots durch das Unternehmen wird der Lizenzvertrag geschlossen. Anschließend erfolgt die Prüfung aller Produktangaben durch den Lizenzgeber. Nach gründlicher und erfolgreicher Prüfung wird die V-Label-Lizenz vergeben. Zuletzt erfolgt die Prüfung und Freigabe der Produktverpackung-Layouts für die Nutzung. Nachgelagert erfolgt einen Inspektion.

Insgesamt ist für Standard-Lizenzierungen nach Vorlage aller erforderlichen Unterlagen mit einer Dauer von 20 Werktagen bis zur endgültigen Freigabe der Nutzung des V-Labels zu rechnen. Express-Lizenzierungen sind auch möglich. Hierbei werden Anfragen prioritär behandelt und die Prüfung erfolgt innerhalb von 10 Werktagen nach Erstanfrage.

Welcher Vertragsbestand ergibt sich für Unternehmen?
Gültigkeitsdauer

Das Vertragsverhältnis besteht in der Regel für ein Jahr. Bei einer Umsatzveränderung von mehr oder weniger als 10 % wird die Jahreslizenzgebühr angepasst. Der Vertragsbeginn wird im Vertrag spezifiziert. Der Vertrag wird automatisch verlängert, wenn er nicht 3 Monate vor Ablauf der Laufzeit schriftlich gekündigt wird.

Lizenzurkunde

Nach erfolgreichem Abschluss der Lizenzierung wird eine Lizenzurkunde für die jeweiligen Produkte in der entsprechenden Kategorie ausgestellt.

Welche Angaben werden für die Lizenzierung von Unternehmen benötigt?

Im Lizenzierungsprozess werden von Unternehmen unter anderem folgende Angaben benötigt:

    • Jährlicher Gesamtumsatz des Unternehmens
    • Anzahl der Produkte, die lizenziert werden sollen
    • Nettoumsatz der zu lizenzierenden Produkte in den vergangenen 12 Monaten
    • Bei neuen Produkten: Geplanter Nettoumsatz der zu lizenzierenden Produkte in den kommenden 12 Monaten
    • Bei Winzern: Das Volumen (Liter) des zu lizenzierenden Weins
    • Kunden der zu lizenzierenden Produkte
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Fragen zum Thema Kosmetik

Warum gibt es das V-Label jetzt auch für Kosmetik?

Unter Verbrauchern wächst das Bewusstsein und Interesse für rein pflanzliche Produkte zur Schönheitspflege. Verbraucher können allerdings anhand der Inhaltsstofflisten auf Kosmetik- und Körperpflegeprodukten nicht erkennen, ob ein Produkt für Sie geeignet ist, da chemische Formeln, lateinische Namen und Abkürzungen die Auswahl erschweren. Auch über den Ursprung vieler Inhaltsstoffe bleibt der Verbraucher im Unklaren und kann nicht beurteilen, ob z. B. das Glycerin im Shampoo aus tierischen oder pflanzlichen Quellen stammt. Eine klare Kennzeichnung schafft Transparenz und ermöglicht eine schnelle Entscheidung am Regal.

Das V-Label ist ein bekanntes Siegel im Bereich vegetarischer und veganer Produkte und bietet eine schnelle Entscheidungshilfe am Regal. Mit 20 Jahren Erfahrung in der Lizenzierung sind bereits 1.000 Lizenzpartner mit über 10.000 Produkten weltweit V-Label geprüft. Insgesamt sind Lebensmittel mit dem V-Label in rund 50.000 Märkten erhältlich. Diese Transparenz und Klarheit ist nun auch bei der selbstbestimmten Auswahl von Kosmetik- und Körperpflegeprodukten möglich.

Das V-Label achtet neben den Inhaltsstoffen auch auf Produktionshilfsstoffe, Trägerstoffe von Vitaminen und Duftstoffen und eine gute Herstellungspraxis. Bei der Herstellung sollen Einträge tierischer Spuren reduziert werden. V-Label Produkte sind GMO-frei und tierversuchsfrei. Die V-Label Kriterien werden durch regelmäßige Audits und Laboranalysen überprüft. Die Prüfung durch einen externen, unabhängigen Auditpartner sichert die Qualität der Produkte hinsichtlich der V-Label Kriterien.

Warum reicht ein Blick auf die Inhaltsstoffliste (INCI) nicht aus, um vegetarische und vegane Produkte zu erkennen?

Die Rezepturen kosmetischer Produkte werden nach gesetzlich vorgeschriebenen Definitionen angegeben (sog. INCI-Bezeichnungen), um einen einheitlichen Standard zu gewährleisten. Die INCI-Bezeichnungen sind oft chemische Formeln, lateinische Namen und Abkürzungen. Für den Verbraucher erschweren sie eine spontane Identifikation der Zutaten und somit eine Einschätzung ob ein Produkt für sie geeignet ist oder nicht. Für die zusätzliche Angabe in deutscher Sprache fehlt den Herstellern oft der Platz auf der Verpackung. Auch über den Ursprung verschiedener Inhaltsstoffe bleibt der Kunde meist im Unklaren und kann daher nicht beurteilen, ob beispielsweise das Glycerin im Shampoo aus tierischen Quellen stammt. Außerdem müssen zur Verarbeitung eingesetzte Stoffe, die hinterher wieder entfernt werden, nicht auf der INCI-Liste angegeben.

Warum gibt es das V-Label auch für vegetarische Kosmetik?

Vielen Menschen fällt der Einstieg in eine pflanzliche Lebensweise über vegetarische Produkte leichter und ProVeg hat ein großes Interesse daran, Verbraucher dort abzuholen, wo sie stehen. Mit dem V-Label „vegetarisch“ wird ausgeschlossen, dass z. B. Schlachtfette oder Proteine von getöteten Tieren in den Produkten verarbeitet werden. Auch Inhaltsstoffe aus Insekten und anderen wirbellosen Tiere, die sowohl in konventioneller als auch in zertifizierter Naturkosmetik eingesetzt werden dürfen, sind beim V-Label für Kosmetik- und Körperpflegeprodukte nicht erlaubt. Aus Insekten und Weichtieren werden z. B. Stoffe wie der Farbstoff Karmin oder Quallencollagen hergestellt. Honig, Bienenwachs, Milch und Lanolin (Wollfett), welches aus der Wolle von lebenden Schafen gewonnen wird, dürfen nach den Kriterien des V-Labels für vegetarische Produkte verwendet werden.

Was sind die Kriterien des V-Label im Kosmetikbereich?

Als Grundlage für die Kriterien, die vegane oder vegetarische Produkte erfüllen müssen, dient die Definitionsempfehlung der 12. Verbraucherschutzministerkonferenz vom 22. April 2016. Diese wurde für Lebensmittel entwickelt und wurde vom V-Label auf Non-Food-Produkte wie Kosmetik- und Körperpflegeprodukte erweitert.

Vegan
Für Produkte, die mit dem V-Label „vegan“ gekennzeichnet werden, dürfen keine tierischen Inhaltsstoffe und zur Verarbeitung eingesetzte Stoffe auf allen Prozess- und Verarbeitungsstufen verwendet werden.

Vegetarisch
Produkte, die mit dem V-Label „vegetarisch“ gekennzeichnet werden, dürfen bestimmte Inhaltsstoffe enthalten, die mithilfe von lebenden Tieren hergestellt wurden (z. B. Bienenwachs, Wollwachs, Ziegenmilch). Zutaten, die direkt aus Tieren beziehungsweise Bestandteilen von Tieren erzeugt werden, sind nicht erlaubt.

Zusätzliche Kriterien des V-Labels
Das V-Label prüft zudem weitere Kriterien und wird generell nicht für Produkte vergeben, die folgende Eigenschaften aufweisen:

  • Produkte, die genetisch veränderte DNA beinhalten (erlaubt ist eine Kontamination von maximal 0,9 Massenprozent)
  • Inhaltsstoffe, die aus Eiern aus Käfighaltung hergestellt wurden (einschließlich “ausgestaltete Käfighaltung” und Kleingruppenhaltung)
  • Endprodukte, die durch den Produzenten oder in dessen Auftrag im In- oder Ausland an Tieren getestet wurden
  • Produkte, die Inhaltsstoffe enthalten, die für das Endprodukt durch den Produzenten oder in dessen Auftrag im In- oder Ausland an Tieren getestet wurden
  • Produkte deren Produktionsablauf nicht so gestaltet ist, dass möglichst keine unbeabsichtigten Einträge von nicht-veganen bzw. nicht-vegetarischen Stoffe erfolgt

Das V-Label wird generell nicht für Produkte vergeben, die folgende Zutaten oder Eigenschaften aufweisen:

  • Schlachtprodukte wie z.B. Innereien, Schlachtfette und –öle sowie Proteine und Aminosäuren, die von toten Tieren stammen
  • Fette von Fischen, Fischbestandteile oder andere Meerestiere
  • Duftstoffe, Glycerin und Hyaluronsäure tierischer Herkunft
  • tierische Farbstoffe und Glimmerelemente (z. B. Karmin/C. I. 75470 oder Guanin/C. I. 75170)
  • Gelée Royal
  • Trägerstoffe und Nährmedien, die Erzeugnisse aus toten Tieren enthalten
  • Klärung von Inhaltsstoffen mit Erzeugnissen, die aus toten Tieren stammen (z. B. Knochenkohle)

Das V-Label in der Kategorie “vegan” wird nur vergeben, wenn Produkte außerdem frei von tierischen Erzeugnissen sind wie beispielsweise:

  • Eier und daraus hergestellte Produkte
  • Honig, Propolis, Bienenpollen
  • Milcherzeugnisse wie z. B. Ziegenmilchprodukte, Buttermilch
  • Von lebenden Schafen gewonnenes Wollfett/Lanolin und daraus gewonnene Erzeugnisse
  • Klärung mit Stoffen von lebenden Tieren wie z. B. Klärung von Xanthan durch Lysozym

Eine detaillierte Aufschlüsselung der Kriterien und weitere Informationen zum V-Label können sind im Leitfaden zu finden.

Wie wird sichergestellt, dass Unternehmen die Anforderungen des V-Labels erfüllen?

Das V-Label führt qualitätssichernde Maßnahmen durch, um die Glaubwürdigkeit und die versprochenen Leistungen sicherzustellen. Zunächst erfolgt eine strenge Dokumentenprüfung, die auch die Vorlieferanten miteinschließt. In Zusammenarbeit mit verschiedenen Laborpartnern werden zudem Audits in den Produktionswerken durchgeführt. Die Prüfungsmaßnahmen richten sich nach einheitlichen und standardisierten Prozessen. Zudem können Laboranalysen stichprobenartig durchgeführt werden.

Eine Rezepturänderung oder Veränderungen im Produktionsprozess bei Produkten mit dem V-Label muss dem Qualitätsmanagement des V-Label-Teams umgehend und selbstständig gemeldet werden. Zudem überprüft das V-Label auch in einem jährlichen Rhythmus aktiv, ob es Änderungen gab, die nicht gemeldet wurden.

Wo finde ich Produkte mit dem V-Label?

Das V-Label genießt eine hohe Bekanntheit im Lebensmitteleinzelhandel. Non-Food-Produkt mit dem V-Label werden ab 2018 verstärkt im deutschen Einzelhandel, wie z. B. in Drogerien und Supermärkten, zu finden sein. Auch in anderen Ländern, wie z. B. in der Schweiz, in Österreich und in den Niederlanden werden Kosmetik- und Körperpflegeprodukte nun verstärkt mit dem V-Label ausgezeichnet.

Es gibt bereits andere Label, die vegane Kosmetik auszeichnen. Warum sollte ich Produkte mit dem V-Label wählen?

Das V-Label prüft mit seinen zusätzlichen Kriterien mehr als nur die reine Rezeptur. Das V-Label achtet bei Produkten auf Zutaten, Hilfsstoffe und eine gute Herstellungspraxis. Bei der Herstellung sollen Spureneinträge möglichst vermindert werden. V-Label Produkte sind GMO-frei und tierversuchsfrei. Eier und Eierzeugnisse in V-Label Produkten dürfen nicht aus Käfighaltung stammen. So können sich Verbraucher sicher sein, dass das Produkt für ihre Ernährung geeignet ist. Das V-Label überprüft die V-Label Kriterien zudem immer wieder durch regelmäßige Audits und Laboranalysen.

Des Weiteren zeichnet das V-Label als einziges Label zusätzlich vegetarische Kosmetik- und Körperpflegeprodukte aus. In zertifizierter Naturkosmetik dürfen zwar keine Zutaten von toten Wirbeltieren eingesetzt werden, aber aus wirbellosen Tieren hergestellte Produkte wie z. B. der Farbstoff Karmin aus Insekten oder Collagen aus Quallen sind durchaus erlaubt. Viele Menschen legen Wert darauf keine Kosmetikprodukte, die Erzeugnisse von toten Tieren wie etwa Schlachtabfälle enthalten, zu verwenden und ihnen fällt der Einstieg in eine pflanzliche Lebensweise über vegetarische Produkte leichter. ProVeg richtet sich an alle, die an einer pflanzlichen Lebensweise interessiert sind. ProVeg vertritt nicht nur die Interessen aller vegetarisch und vegan lebenden Menschen weltweit. ProVeg wendet sich gezielt auch an all diejenigen, die ihren Konsum tierischer Produkte kontinuierlich reduzieren wollen. Die Organisation begleitet und unterstützt sie auf ihrem Weg hin zu einer pflanzlichen Lebensweise.

Arbeitet das V-Label mit umstrittenen Unternehmen/großen Konzernen zusammen?

Die Vision von ProVeg ist eine Welt in der alle Menschen Zugang zu pflanzlichen Produkten haben, die gut für Menschen, Tiere und die Umwelt sind. Daher spricht ProVeg auch Konsumenten an, die kurz- oder langfristig ihren Konsum tierischer Produkte reduzieren wollen. Konventionelle Marken von großen Unternehmen, sowie Discounter und Supermärkte erreichen eine große Zahl an Verbrauchern, die gewohnt sind, die ihnen vertrauten Marken zu kaufen. So sind auch vegetarische und vegane Produkte einem großen Publikum zugänglich.

ProVeg hat ein großes Interesse daran, Verbraucher dort abzuholen, wo sie stehen. Hier knüpft auch die Vergabe des V-Label an. Die Vergabe des V-Label an eine Vielzahl von Unternehmen gibt uns die Möglichkeit, eine große Anzahl von Menschen von unserer Idee zu begeistern und die vegetarisch-vegane Lebensweise als leicht umsetzbare Alternative aufzuzeigen.

Die leichtere und breitere Verfügbarkeit von vegetarisch-veganen Produkten ist ProVeg wichtig. Die Infrastruktur insgesamt zu verbessern, ist ein Weg, den Konsum tierischer Produkte in der Gesellschaft maßgeblich zu reduzieren.

Inwiefern müssen V-Label Produkte tierversuchsfrei sein?

Für Produkte mit dem V-Label dürfen durch den Hersteller (Lizenznehmer) keine Versuche an Tieren jedweder Art durchgeführt werden bzw. worden sein. Dies gilt sowohl für den inländischen Markt als auch für den ausländischen Markt (z. B. unter der Vorgabe von Regierungsbehörden). Auch für die Inhaltsstoffe und Produktionshilfsstoffe dürfen in Bezug auf das Endprodukt keine Tierversuche durch das Unternehmen stattfinden/stattgefunden haben bzw. in Auftrag gegeben worden sein. Das V-Label überprüft in einer jährlichen Abfrage die Aktualität dieser Angaben.

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